Fasnachtsmuseum Schloss Langenstein


Nachdem das alte Museum im Schloss Langenstein geschlossen wurde, welches ich am letzten Tag noch in Bildern festgehalten habe und hier zu finden ist, wurde am 25.06.2025 das neue Museum eröffnet. Hier findet man in einem kompletten Neubau auf 2 Etagen alles rund um die Fasnet. Das Museum steht ganz im Zeichen der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee e.V., aber Bräuche und Historische Hintergründe der Fasnacht beziehen sich auch auf viele andere Zünfte außerhalb der Vereinigung.

Erdgeschoss

Wenn man vorne in der Ausstellung beginnt, geht es zuerst um die Herkunft der Fasnet begonnen im Mittelalter, woher der Narr kommt, die Fastenregeln sowie typische Lebensmittel der Fasnet. Weiter geht es mit schnellen Schritten zum Beginn der heutigen Fasnet und die Entstehung der Narrenkleider im 19. Jhd. sowie der Einfluss der NS Zeit auf den Brauch. An einer Wand wird sogar mal kurz die mögliche Zukunft der Fasnet vorgestellt. Weiter geht es um Maskentypen, auch außerhalb Europas und Kunst rund um die Fasnet.


Links und Rechts findet man an der Wand auf 3 Etagen Narrenfiguren, vor allem aus der Vereinigung, aber auch ein paar andere wie ein Überlinger Hansele sind dazwischen. Informationen zu jedem Häs findet man dann im Obergeschoss auf vielen einzelnen Tablets. Zusätzlich werden einzelne Bräuche von Zünften genauer betrachtet. Hier findet man unter anderem Informationen zum Narrengericht in Stockach oder auch Informationen zu Radolfzell oder Messkirch.


Obergeschoss

Wenn man im Obergeschoss angekommen ist, geht es direkt mit Bräuchen weitern. Egal ob es um Strohbären geht, warum es Orden gibt oder woher die Hemdglonker kommen. Auch die Musik hat hier einen eigenen Bereich erhalten, egal ob mit Kläpperle oder in Form von Guggenmusiken gehören rhythmische Töne zur Fasnet dazu. Auch werden hier weitere Zünfte wie zum Beispiel Villingen, Überlingen und Rottweil vorgestellt. Zusätzlich findet man hier einige Bräuche außerhalb der Schwäbisch-Alemannischen Fasnet, egal ob der Kölner Karneval oder Bräuche aus Portugal, der Schweiz oder aus Österreich.

Fazit:

Das Museum ist hell und schön ausgestattet. Die ganzen Wände in der Halle sind schön gestaltet, mit vielen einzelnen und kurzen Texten, in denen man viele Informationen bekommt. Die Möglichkeit über Bildschirme alle Informationen zu den Figuren zu bekommen ist natürlich schon etwas neues und kann man vermutlich Stundenland durchlesen. Da ich schon vor Jahren das Buch der Vereinigung gekauft habe, kann ich das bereits alles lesen und habe im Museum ca. 60 Minuten verbracht. Der Eintritt liegt bei 8,- €, was ich im Vergleich zu den anderen Museen passend finde. Auch wenn es noch vor 5 Jahren hoch gewesen wäre, ist dieser Preis inzwischen doch normal geworden.

 

Schade finde ich leider, dass sich meine Befürchtungen bewahrheitet haben. Im alten Museum waren die Narrenfiguren liebevoll präsentiert mit viel Dekoration. Die Hexenküche hat die Hexen auch ins richtige Licht gesetzt oder ein Narr, welcher den Narrenbaum hochkletterte. Das einfache Aufreihen der Figuren an der Wand ist sicherlich platzsparend, aber dieser Charme ging eben verloren. Dies hat keinen Einfluss auf den Informationsgehalt des Museums, welcher ja wichtig ist, aber für mich war es ein schönes Detail.


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